Lehre
Übersicht
Die Bachelorausbildung schließt mit dem „Bachelor of Science“ in Psychologie ab und beinhaltet für die Klinische Psychologie ein breites Grundwissen in Bezug auf die „Störungslehre“ und die Diagnostik psychischer Störungen. Damit sind die Absolventen/innen in der Lage, unter der Verantwortung eines/r leitenden Psychologen/in als Diagnostikassistent zum Beispiel in großen Klinken die dort routinemäßig eingesetzten diagnostischen Verfahren anzuwenden. Auch kann die Rolle als Co-Therapeut qualifiziert ausgeübt werden. Eigenverantwortliche Psychotherapie erfordert nach dem Psychotherapeutengesetz jedoch das Masterstudium. Erst dann darf die „postgraduale Ausbildung“ zum Psychologischen Psychotherapeuten/in begonnen werden. Eine Bachelorausbildung in Klinische Psychologie kann aber auch für Angehörige anderer Zielberufe nützlich sein (z.B. Fachjournalisten, Gesundheitsökonomen, Familenn-/Strafrichter etc.)
Bachelorausbildung
Die Bachelorausbildung gliedert sich in ein Basis- und ein Aufbaumodul.
Das Basismodul beginnt im Wintersemester des 2. Studienjahres mit einer Übung und wird im Sommersemester mit einer Vorlesung und einem Seminar fortgesetzt:
- Übung: „Neuropsychologische Diagnostik“
- Vorlesung: „Erscheinungsbild, Klassifikation und Epidemiologie psychischer Störungen“
- Seminar: „Somatopsychologie“
Das Aufbaumodul beginnt im Wintersemester des 3. Studienjahres mit einer Vorlesung und wird im Sommersemester mit einer Übung und einem Seminar fortgesetzt:
- Vorlesung: „Störungsmodelle und Psychotherapie psychischer Störungen“
- Übung: „Klinisch-psychologische Diagnostik“
- Seminar: „Störungsspezifische Therapieverfahren“
Die Bachelorarbeit ist eine schriftliche Leistung mit einem kleinen empirischen Teil in Form einer oder mehrerer Fallstudien. Auch kleine Zwei-Gruppenvergleiche können realisiert werden. Der Schwerpunkt der Bachelorarbeit liegt jedoch eindeutig auf der theoretischen Auseinandersetzung mit einem klinisch-psychologischen Phänomen, welches an einem empirischen Beispiel veranschaulicht wird. Dabei kommt im Wesentlichen die deskriptive Statistik zum Einsatz.
Masterstudium
Die Ausbildung im Masterstudium schließt mit dem „Master of Science“ in Psychologie ab (er entspricht in etwa dem früheren Diplom in Psychologie) und vertieft die Inhalte des Bachelorstudiums in Richtung auf die Schwerpunkte „Somatopsychologie/Verhaltensmedizin“ und „Verhaltensneuropsychologie“. Der Masterabschluss berechtigt zur Aufnahme einer „Postgradualen Ausbildung“ in „Psychologischer Psychotherapie“ und qualifiziert für Leitungsfunktionen und/oder eine Tätigkeit in der Forschung.
Auch die Masterausbildung gliedert sich in ein Basis- und ein Aufbaumodul.
Das Basismodul liegt im Wintersemester des 1. Master-Studienjahres mit zwei Seminaren zu interventionellen Themen:
- Seminar: „Psychopharmakologie“
- Seminar: „Psychotherapeutische Gruppenverfahren“
Das Aufbaumodul beginnt im Sommersemester des 1. Studienjahres mit einer Vorlesung zur „Verhaltensneuropsychologie/Somatopsychologie“, vertiefenden Seminaren und Veranstaltungen zur klinisch-psychologischen Forschungsmethodik.
In der Klinischen Psychologie wird viel Wert wir auf die Verknüpfung von Forschung und Therapie gelegt. Im „Modul H“ besteht die Möglichkeit, an einem der in der Arbeitseinheiten laufenden Projekten teilzunehmen. Dieses werden häufig Beobachtungsstudien sein, die an bestimmten klinischen Phänomenen über die Hochschulambulanz (link) realisiert werden. Keinesfalls wird dieses Modul einfach eine Verlängerung oder Ausweitung der Masterarbeit darstellen. .
Die Masterarbeit ist eine schriftliche Leistung, die im Wesentlichen der früheren Diplomarbeit entspricht. Mit ihr soll eine umgrenzte, empirische Fragestellung im Sinne eines „Gesellenstücks“ bearbeitet werden. Dabei kommt es darauf an, eine klinisch-psychologische Fragestellung aus der bestehenden wissenschaftlichen Literatur heraus abzuleiten, sie in ein Forschungsdesign umzusetzen, die entsprechenden Hypothesen zu formulieren und Methoden auszuwählen oder anzupassen, die empirische Studie an größeren Kohorten von Probanden oder Patienten durchzuführen, die empirischen Daten deskriptiv sowie auch inferenzstatistisch auszuwerten und das Ergebnis vor dem Hintergrund der Literatur und der die Erhebung leitenden theoretischen Annahmen zu diskutieren.