Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Forschung

 In der Klinischen Psychologie wird „abweichendes Verhalten“ mit „Krankheitswert“ untersucht. Hierunter fallen „primäre“ psychische Störungen wie zum Beispiel Angststörungen, aber auch „sekundäre“ psychische Störungen, welche als unmittelbare Folge einer krankhaften Veränderung der Hirnfunktionen entstehen können. Beispielsweise gehen viele Depressionen bei Parkinsonpatienten auf den Ausfall bestimmter Botenstoffe („Transmitter“) des Gehirns zurück.



Als Folge einer Hirnschädigung (z.B. einem Schlaganfall) können darüber hinaus auch „kognitive“ Störungen auftreten, also zum Beispiel Veränderungen des Denkens oder Behaltens, der Aufmerksamkeit oder Planungsfähigkeit, der Sprache oder der Möglichkeit einer angemessenen räumlichen Orientierung (Neuropsychologie). Nicht selten wirken psychische Faktoren und körperliche Reaktionen wechselseitig aufeinander ein (z.B. bei Parkinson- und Dystonieerkrankungen etc.). Dieses kann den Verlauf einer körperlichen Erkrankung unter Umständen sehr verkomplizieren (Somatopsychologie). Und schließlich ändert sich das normale Verhalten eines Menschen oft in Abhängigkeit einer Erkrankung und der mit ihr zusammen hängenden Hirnfunktionen (u.a. bei den Demenzen und ihren Vorstadien). Dieses zu untersuchen, erfordert zum einen genaue Verhaltensbeobachtungen und -studien im „Feld“, zum anderen aber auch experimentelle Untersuchungsanordnungen (Verhaltensneuropsychologie).

So sind unsere wichtigsten Forschungsgebiete derzeit:

  • klinische  Verhaltensstudien bei Parkinson- und Dystoniepatienten (z.B. dem „Schiefhals“/“Torticollis spasmodicus“)
  • psychische Begleiterscheinungen der Tiefen Hirnstimulation bei neurologischen Erkrankungen und psychischen Störungen
  • das Zusammenwirken somatischer Symptome und emotionaler Veränderungen bei körperlichen Erkrankungen
  • räumliche Orientierungs- und Gedächtnisleistungen als Indikatoren gesunder und geschädigter Hippocampusfunktionen
  • hippocampale Verhaltensleistungen im Tier-Mensch-Vergleich und ihre Veränderungen bei medizinischen Behandlungen (z.. Chemo- und Strahlentherapie)
  • Veränderungen des Belohnungslernens bei Abhängigkeit, Sucht und Depression
  • Vergleich Primärer und  Sekundärer Depressionen
  • die Rolle sehr alter Erinnerungen: Zur Neuropsychologie des Altgedächtnisses
  • Entwicklung psychotherapeutischer Kurzzeitprogramme zur begleitenden („adjuvanten“) Therapie somatischer Erkrankungen.

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